Die Blutegeltherapie (Hirudotherapie) ist ein bewährtes Naturheilverfahren, das bei vielen Beschwerden eingesetzt wird – besonders bei Schmerzen, Entzündungen, Stauungen, Durchblutungsstörungen oder nach Verletzungen. Die Behandlung mit medizinischen Blutegeln zählt zu den klassischen ausleitenden Verfahren und wird heute gezielt und wissenschaftlich fundiert eingesetzt.
Als eidg. dipl. Naturheilpraktiker und zertifizierter Hirudotherapeut bin ich immer wieder beeindruckt, wie effektiv diese Therapie wirkt – selbst bei chronischen Beschwerden oder therapieresistenten Schmerzen.
Zahlreiche Studien (Link am Ende der Seite) belegen die Wirksamkeit der Egeltherapie, insbesondere bei:
In der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie – etwa an Universitätskliniken – gelten Blutegel als unersetzlich: Sie können gestaute Hautlappen retten, wenn keine andere Therapie mehr greift.

Der Speichel der medizinischen Blutegel enthält über 100 biologisch aktive Substanzen – darunter Hirudin, ein stark gerinnungshemmender Wirkstoff. Die wichtigsten Wirkmechanismen sind:

Blutegel für Sportler: Die Blutegel sind bei
Leistungssportlern ein Geheimtipp, welcher nicht auf der Dopingliste steht. Nicht nur verletzte Fussballer nutzen die schnelle abschwellende und Bluterguss ausleitende Wirkung nach Unfällen. Auch
Sehnenscheidenentzündungen welche schlecht auf Kortison ansprechen können schneller abheilen.
Blutegel für Frauen: Die Einsatzgebiete sind z.B. Zyklussörungen, Wechseljahre, Krampfadern, chronische Rückenschmerzen oder Tennisarm.
Blutegel für Männer: Männer profitieren von der Blutegeltherapie auf vielfältige Weise: Die durchblutungsfördernde Wirkung kann unterstützend wirken bei Tinnitus (Rauschen im Ohr) und zur Verbesserung der Potenz beitragen. Gleichzeitig lindern die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften der Blutegel Beschwerden bei Gelenkerkrankungen, Gicht oder anderen chronischen Schmerzen.
Blutegel für Kinder: Bei Mittelohrentzündungen (va. chronischen), Furunkeln und Blutergüssen hat sich diese Therapieform zur schnellen Hilfe bewährt.
Blutegel für im Alter: Gelenksprobleme, Schulter-Arm-Syndrom, Baker Zyste, Herz/Kreislauf-Erkrankungen, die Hirnleistungsfähigkeit sowie das Hör- und Sehvermögen können u. A. wegen besseren Bluteigenschaften günstig beeinflusst werden.
Orthopädische Indikationen
Gefäss- & Hauterkrankungen
Weitere Einsatzbereiche
In der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie – z. B. bei Lappen-Transplantationen oder Lymphstauungen – gelten Blutegel als unersetzlich.
Blutegel-Indikationen von A-Z:
Arthrose
Augenerkrankungen
Bakerzyste
Bluterguss (Hämatom)
Bluthochdruck
Brustentzündung (geeignet während dem Stillen,
da frei von Antibiotika)
Errektionsstörungen
Fersensporn
Fibromyalgie
Fuss- und Sprunggelenksarthrose
Gicht
Gürtelrose
Hämorrhoiden
Hexenschuss
Hirndurchblutungsstörungen (altersbedingt)
Hörsturz und Schwerhörigkeit
Hüftarthrose
Ischialgie
Kniearthrose
Kopfschmerzen und Migräne
Krampfadern (CVI)
Mittelohrenentzündungen (chronisch)
Nasennebenhöhlen- und Stirnhöhlenentzündung
Offene Beine
Ohrendruck
Operationsfolgen
Plantarfasziitis oder Läuferferse
Polyarthritis
Potenzprobleme
Prellungen und Verstauchungen
Rückenschmerzen
Schulter- und Ellbogenarthrose
Tennisarm , chronische
Schulter-Arm-Syndrom
Sehnenscheidenentzündungen
Wechseljahrbeschwerden
Wirbelsäulenschmerzen
Zyklusstörungen
Viele meiner Patient:innen sind anfangs skeptisch oder sogar etwas angeekelt – und sind im Nachhinein erstaunt, wie ruhig, angenehm und wirkungsvoll die Behandlung verläuft. Ich begleite Sie mit viel Wissen, Erfahrung und Respekt vor Ihren Grenzen.
Vor dem Termin
In unserem Vorgespräch klären wir, ob und wann eine Blutegelbehandlung für Sie geeignet ist.
Sie lesen das Informations- und Einverständnisblatt aufmerksam durch und bringen es am Behandlungstag unterschrieben mit. Gerne erkläre ich Unklarheiten in Ruhe und beantworte alle Ihre Fragen.
Am Behandlungstag
Bequeme Kleidung tragen (damit der dicke Verband gut darunter Platz hat)
Vor der Behandlung die Praxistoilette nutzen (währenddessen sind Pausen nur im Notfall möglich).
Ansetzen der Egel
Pro Sitzung werden meist 3–9 Egel verwendet.
Die Egel bleiben genau an der Stelle, wo sie angesetzt wurden – sie „wandern“ nicht herum.
Während der Behandlung
Eine Blutegelbehandlung dauert insgesamt ca. 1.5–2 Stunden. Die Tiere saugen etwa 25–90 Minuten lang und fallen dann von selbst ab, sobald sie satt sind.
Ich bin die ganze Zeit in der Nähe und bei Bedarf sofort für Sie da.
Nach dem Abfallen
Sie erhalten einen dicken, saugfähigen Verband und Ersatzmaterial für zuhause
Die Bissstellen bluten ca. 6–24 Stunden nach – ein gewünschter therapeutischer Effekt.
Nach der Therapie ist wichtig: viel trinken – das unterstützt Kreislauf und Entgiftung.
Der Biss fühlt sich ca. 5 Minuten lang ungefähr wie ein Brennnessel- oder Bremsenstich an, danach ist nur noch ein leichtes Ziehen spührbar.
Viele Patient:innen entspannen sich währenddessen – manche schlafen sogar kurz ein.
Ja. Ich arbeite ausschliesslich mit medizinischen Zuchtegeln aus kontrollierter, hygienischer Aufzucht.
Die Tiere werden nur einmalig pro Patient:in eingesetzt und anschliessend fachgerecht entsorgt.
Vor der Behandlung wird die Haut desinfiziert und vorbereitet.
Während der Nachblutung wird die Wunde natürlich gereinigt und anschliessend sorgfältig verbunden, damit alles geschützt abheilen kann.
Infektionsschutz & Nachsorge
Blutegel tragen typische, für sie natürliche Darmbakterien (z. B. Aeromonas), die in seltenen
Fällen oder bei unsachgemässer Handhabung Infektionen verursachen können. Damit dieses Risiko so gering wie möglich bleibt:
wir klären Indikation, Ablauf, Gegenanzeigen & Sicherheit sorgfältig im Vorgespräch
die medizinischen Egel werden direkt vor dem Ansetzen nochmals unter fliessendem Wasser gespült
bleiben bis zu ihrem natürlichen Abfallen an Ort und Stelle
keine Manipulation an der Wunde – nicht kratzen
klare Hygienehinweise für zuhause & Wundkontrolle nach 1–3 Tagen (Foto meist ausreichend)
Ich beobachte die Wunde während der Sitzung – und bin auch danach jederzeit für Sie erreichbar, falls Sie Fragen haben oder etwas ungewöhnlich erscheint.
Fazit
Bei sachgemässer Anwendung durch eine qualifizierte Fachperson ist die Blutegeltherapie sehr gut verträglich, hygienisch sicher und medizinisch sinnvoll begleitet – auch wenn sie, wie jedes Verfahren, nicht vollständig risikofrei ist.
Am Behandlungs- und Folgetag kann die Bewegungsfreiheit durch den Verband etwas eingeschränkt sein – planen Sie daher am besten einen ruhigen Tag ein.
Spitzensport und starke körperliche Belastung sollten Sie für ca. 2 Tage vermeiden – normale Alltagsaktivitäten sind in der Regel problemlos möglich.
Wenn Hände oder Füsse behandelt wurden, ist es sinnvoll, diese nicht zu überbeanspruchen und
zwischendurch hochzulagern, damit Schwellungen schneller zurückgehen.
Nach der Behandlung bluten die Bissstellen 6–24 Stunden nach – das ist ein gewünschter therapeutischer Effekt und unterstützt die Entstauung, Reinigung und Gewebeversorgung.
Sie erhalten einen dicken, saugfähigen Verband sowie Material für den Wechsel zuhause.
Die Beweglichkeit kann dadurch manchmal etwas eingeschränkt sein – planen Sie am besten einen ruhigen Tag ein.
Duschen & Baden
Duschen ist grundsätzlich jederzeit möglich. Jedoch kein längerer Wasseraufenthalt und keine Sauna, bis die Wunden vollständig verschlossen sind (1-2 Wochen).
Sonne und starke Wärme an den Bissstellen bitte vermeiden, bis sie gut abgeheilt sind.
Wundkontrolle
Nach 2–3 Tagen erfolgt eine kurze Wundkontrolle – dafür reicht in den meisten Fällen ein Foto per Nachricht.
Bitte melden Sie sich jederzeit, wenn Sie unsicher sind oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten.
Ich verwende ausschliesslich medizinische Zuchtegel aus hygienisch geprüften Farmen. Die Tiere kommen nach der Behandlung in den Kühlschrank und erst dann in den Tiefkühler – ein respektvoller Umgang ist mir wichtig.
In einigen Fällen reicht 1 Behandlung. Bei chronischen Beschwerden können 3-5 Folgebehandlungen im Abstand von 2–6 Wochen sinnvoll sein. Das klären wir gemeinsam im Erstgespräch oder Therapieverlauf.
Nein — in der Regel wird es nicht empfohlen. Die meisten Leitlinien und Fachquellen (siehe unten) raten, Blutegeltherapie in Schwangerschaft und Stillzeit zu vermeiden, weil
Daten fehlen und Risiken (Blutverlust/Anämie, Infektionen, mögliche Auswirkungen auf die Schwangerschaft) nicht ausreichend untersucht sind. Bitte sprechen Sie vor einer Therapie unbedingt mit
Ihrer Gynäkologin / Ihrem Gynäkologen.
Quellen: https://www.drugs.com/npp/leeches.html, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3933224
Die meisten Nebenwirkungen sind gewollt (es sind also eher Nachwirkungen) mild und vorübergehend:
Häufig:
Selten:
Tipp: Kühlen, Quarkwickel oder natürliche Mittel helfen bei Juckreiz oder Reaktionen. Melden Sie sich bei Unsicherheiten jederzeit!